Fjodor Dostojewski: Böse Geister

Es folgt eine fast neunhundert Seiten und verschiedene Figuren umfassende Collage, die sich wunderbar als Stoßgebet in schweren Stunden eignen mag:

Volle Freiheit wird dann sein, wenn es egal ist, leben oder nicht leben. Das ist das Ziel von allem!

[…]

Wem es egal sein wird, leben oder nicht leben, der ist der neue Mensch. Wer Schmerz und Angst überwindet, der wird selbst Gott sein. Und der andere Gott wird nicht sein.

[…]

Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, daß er glücklich ist; nur deshalb.

[…]

Jede außerordentlich schmähliche, maßlos erniedrigende, niederträchtige und vor allem lächerliche Lage, in die ich in meinem Leben geriet, erregte in mir außer einem maßlosen Zorn auch ein unmäßiges Lustgefühl.

[…]

Die Überzeugungen und der Mensch – das sind, glaube ich, zwei in vieler Beziehung verschiedene Dinge.

[…]

Ich kann immer noch, wie früher, wünschen, Gutes zu tun, und empfinde dabei Vergnügen; unmittelbar darauf wünsche ich auch Böses und empfinde ebenso Vergnügen.

Aus: Fjodor Dostojewski: Böse Geister. Aus dem Russischen von Swetlana Geier. Frankfurt am Main 2000, S. 151, 152, 313, 572, 812, 928.

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