Was sagen Sagen des klassischen Altertums?

Also, es verhält sich folgendermaßen. Ich habe mir etwas überlegt, denn etwas musste sich hier endlich ändern. Das, was ich mir überlegt habe, heißt “Was sagen Sagen des klassischen Altertums?”. Der Name ist ein Schnellschuss. Aber so wird es laufen: Ich nehme mir in der nächsten Zeit (zunächst möglichst täglich, nach zwei Wochen in einer noch zu definierenden Regelmäßigkeit) Gustav Schwabs “Sagen des klassischen Altertums” zur Hand, lese darin und verlasse den Schreibtisch nicht, bis nicht ein Gedicht oder etwas Ähnliches dabei entstanden ist. Wer mitlesen will und sich von seinem Regal im Stich gelassen fühlt, hat hier dazu die Möglichkeit.

Nun mag der Name dieses Vorhabens suggerieren, dass hier ein sehr analytisches, die Sagen möglichst treffend auslegendes Ziel verfolgt werde. Dem ist nicht so. Das soll hier keine akademische Arbeit werden. Der Name sollte vielleicht verändert werden. Besser noch vielleicht aber nicht. Denn es soll ja etwas freigelegt werden, was in diesen Sagen steckt, was sie sagen, wem und aus welcher Perspektive auch immer im Einzelfall. Wir werden sehen. Das wird eine Reise, ohne zu wissen, wo – vom Ende des Buches abgesehen – das Ziel ist, aber mit der Gewissheit, dass es weitergehen muss und soll, weil der Wille vorhanden ist. Es ist sicherlich bis zu einem gewissen Grad ein Übungsszenario, hoffentlich aber auch mehr als das, wenn dieser Griff in Pandoras Büchse gestattet ist, ohne dass man mir auf die Finger klopft.

Und damit sind wir ja im Geschehen und der Größe gaukelnden Worte für heute genug. Ab morgen sollen Taten folgen und ein erster Beleg meiner Tätigkeit in Bildform jetzt als Versprechen das Schlusswort haben …

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Schwere-Reflexion

der Gewichtsverlust in
dem Moment, in
dem du als Un-
gerechter gegen
ein Anderes auftrittst, das
in dem Moment
ein Teil deiner selbst
wird, obwohl du zu
diesem Selbst gerade doch
den Kontakt verlierst in
der Frage, wer bin ich,
will ich, kann ich
sein, während ich
gemacht werde und
mich einem Ende hin zudenke.

Zu Besuch

Zu Besuch

Im Winkel, auf dem Bord, dem Ledersofa
zur Seite sich gesellend, arrangiert
im schwarzen Rahmen nun auch sein Portrait
sich mit den andern. Dort, gleich neben Opa.

Und aus der Stube an den Esstisch. Schnittlauch
auf Bergen von Kartoffeln. Ich mocht es
ja immer schon, wie du ja sicher weißt.

Und klar kann jeder Salz ham, wenner noch brauch.

Den Sekt in meinem Glase starr ich warm,
ich frage Nichten, wie die Ferien warn,
hör kaum, wohin mein Neffe wieder flog.

Beim Gong der Stehuhr vorm Dessert verwundert,
wie das nur möglich ist; dass über hundert
Mal nicht er an den Gewichten zog.

Theorie der politischen Weltgeschichte nach dem Ende der Bibliotheksöffnungszeiten

Theorie der politischen Weltgeschichte nach dem Ende der Bibliotheksöffnungszeiten

an der Hauswand grenzt
das Licht an Schatten,
will sich jene klare
Grenze schaffen,

die die Distinktion
erlaubt. und wehte
da kein Wind und keine
Fahne drehte

sich in diesem, wäre
dem Betrachter
Klarheit wohl gegeben.
doch so wacht er

über einen wilden
Wandel, wissen
wollend, worum es sich
handelt; messen

wollend, was sich ändert,
wenn die Zeit verstreicht,
Sonne Mond und Sternen weicht,
für manches keine sprache reicht –

bei Gelegenheit #3: #Zugluft

bei Gelegenheit #3: #Zugluft

auf Züge aufspringen
zu gefährlich
nie durchs Land streichen
nur das Land streichen
in Gedanken

selbst wenn:
wenn du fragst
auch auf dem Zug
kann man einsam sein
und mit Worten spielen
hier wie da
in Ecken murmeln
hier wie da
ein Wind weht
hier wie da

bei Gelegenheit #2

bei Gelegenheit #2

ein Hut auf der Bühne
brummend Wahrheiten
oder das, was
der Moment als diese erkennt.

es schummert
in mir, um mich,
bis ich erniedrigt
wieder liebe,
generell.

ab morgen der Anstand in Anzug, Krawatte, mit Hut?

Haltepunkte in Selbstbildern von außen