Schau, Fenster!
ein neuer Tag,
hat wer gesagt
und ich richte ein wenig
über mich und aus,
wohin ich getrieben
gehen will.
so schwebe ich gezogen
auf deinen, meinen, unsren Wogen –
so lebe ich verwoben,
um drehend mich zu proben.
Schau, Fenster!
ein neuer Tag,
hat wer gesagt
und ich richte ein wenig
über mich und aus,
wohin ich getrieben
gehen will.
so schwebe ich gezogen
auf deinen, meinen, unsren Wogen –
so lebe ich verwoben,
um drehend mich zu proben.
Kreation
Mir sagte eine Stille,
es sei ihr innig Wünschen,
dass ich sie wörtlich fülle.
Ich sprach ihr von den Nymphen
und allen Dingen, die
sich in die Ordnung fügen.
Und davon, dass es – sieh! –
so doch nicht sei. Es trüben
im steten Wandel sich
schnell meine Augen und
sie suchen für mein Ich
trotz Nebels neuen Grund.
Dichterschwall
ist Hall
des Gewühl-
Gefühls
gefühlte null Grad
bleiben kalt
so wie ich
zu oft
wenn du frierst
Eisblumen und
aus mir strömt
nur heiße Luft
anderer Art
Sprechen und
die Kunst
etwas zu sagen
da möchte man
fragen, ob es
Meteorologen
anders geht
in Wegesrandes Hecke
schützt sich Vogel;
aufgeweckt durch
Blitzes Donnerschläge
erhebt er sich
und zeigt
des Regensturmes Winden,
dass er genauso Welt bewegt.
es raschelt das Leben des Einzelnen
und fällt in meinen Blick.
von dreidreidrei und einsvierzwei
ein Alexander
lächle ich
mein Ende
die Welt gegriffen
auf diese
oder jene Weise
in meinem Geiste
vor allen
lächle ich
wollte voran und
wollte wieder
zurück, um wieder voran
zu kommen
und wer bist du?
lächle ich
ich habe es gesehen
lächle ich
hab es gesehn
und neue Namen, wenn ich will
und endlich doch den einen
meiner Eltern
und dieser Bus
hält meinen Geist
nicht mehr.
arbiträr.
blau-grün verschwimmt grau vor meinen Augen Abendhimmel
für eine Nacht der Gedanken, die dankend denkend
Kreise um mich schlagen, deren Zirkel ohne Ende
jeden Anfang leugnen und mich mit dem runden
Mond verhöhnen.
ohne Ein und Aus gestehe ich mir ein, dass aus
uns viel zu viel für feste Sätze springt und
gebe mich dem Schauen hin und finde mich
hypnotisiert von all dem Glänzen aller Dinge,
all dem Dingen allen Glanzes, jenem Unsinn
dieses Nichts.
Alles.
Übernacht
Frische kaskadierend kühner Nacht,
die – erwacht – bewusstes Sein entfacht:
Lose Leere lässt den Raum verschwinden,
Nähe naht und will die Menschen binden.
Bäume schummern rauschend ihr Verschwimmen,
während in den Augen Leben glimmen,
die sich dem Vergehen springend weigern,
sich schon bald zu ganzen Sätzen steigern.
Worte meint man davon gar zu hören,
lässt von ihrem Wahn sich glatt betören,
will mit ihnen schreien, blinzelt wild,
stürmt und tobt und strömt unzählig Unde,
trägt sein Selbst als Welten wertste Pfunde —
dann der Schlaf, der wunde Augen stillt.