Verstricke dich mit Haut und Haaren, Geist und Taten und auch Warten! (inkl. Audio)

Verstricke dich mit Haut und Haaren, Geist und Taten und auch Warten!

Erhebe dich, tritt an die Ufer,
verweile dort und streif mit Blicken
eines Schweifens durch die Ferne.

Belebe dich, hör auf den Ruf, der
dein Ohr bedringt, sich zu verstricken
in der Welt, die dich nie lässt.

Denn seist du auch vom Staub der Sterne,
so bleibt es doch der Erde Wärme,
die dich nicht lässt, niemals lässt.

modalmoral [inkl. Audio]

modalmoral

die produktpalette
erweitert – irgendwann im
lauf der zeiten –
und eine realtität
geschaffen aus
sollen
und wollen.

mit weh dem kind
gegenüber, bitte ich
um kategorischen
imperativ oder
ähnlich süßes
als inhalt der folie,
in die man heute
ja alles schweißt,
was irgendwie
frisch bleiben
muss –
wenn ich mit meiner
unerklärten vernunft
einmal normativ
mein ‚ich möchte‘
verdringlichen
darf.

sich entsagen (gelesen)

Weil ich da gerade Lust zu hatte, hier noch ein kleines Stückchen aus der Lesung. (Die Aufnahme erspart es mir, tatsächlich mal aktiv zum Mikro zu greifen, um hier Inhalte zu schaffen.) Also, viel Spaß damit. Das zugehörige Gedicht findet ihr hier zum Mit- oder Nachlesen oder Ignorieren.

Ausschnitt aus der Lesung vom 25. Juni

Ja, einen wunderschönen guten Abend. Ich bin hier, um endlich mal ein Versprechen zu halten. Toll, nicht? Ja. Also. Los.

Ich habe euch etwas mitgebracht. Und zwar einen Ausschnitt aus der Lesung vom 25. Juni 2010. Das ist insofern beachtlich, als dass ich weder über genügendes Equipment für derartige Aufnahmen noch über die technischen Fähigkeiten zur Bearbeitung derartiger Aufnahme verfüge und euch dennoch nicht die Ohren abfallen werden. Nicht völlig zumindest.

Wie dem auch sei. Meine Wenigkeit liest “Denn, wenn etwas geboren wird, dann hat es einen Namen zu tragen, damit man mit ihm oder ihr oder über es oder sie oder ihn schnell verständlich kommunizieren kann.” – Ein Sonett.


Übernacht (inkl. Audio)

Übernacht

Frische kaskadierend kühner Nacht,
die – erwacht – bewusstes Sein entfacht:
Lose Leere lässt den Raum verschwinden,
Nähe naht und will die Menschen binden.

Bäume schummern rauschend ihr Verschwimmen,
während in den Augen Leben glimmen,
die sich dem Vergehen springend weigern,
sich schon bald zu ganzen Sätzen steigern.

Worte meint man davon gar zu hören,
lässt von ihrem Wahn sich glatt betören,
will mit ihnen schreien, blinzelt wild,

stürmt und tobt und strömt unzählig Unde,
trägt sein Selbst als Welten wertste Pfunde —
dann der Schlaf, der wunde Augen stillt.