Verwicklichung

Verwicklichung

Plastik pumpt durch meine Venen,
doch noch ist es nicht ausgehärtet.
formbar noch, lässt es das Sehnen
an mein jugendglühend Herz,

das mir sogar den Reim mit Schmerz
gestattet. und ich kämpfe Kämpfe
kämpfend mit den Formen eurer
Fassung, leidend erste Krämpfe

der Ermattung, wenn ich sehe,
dass ich reime und mich an
ein Versmaß binde. o, ich stehe
auf und auf der Leitung! Man!

mich ergreifen

mich ergreifen

im Winter wird dich mein Arm
durch die Straßen führen.
wir beide in Schals
und Mänteln,
mit Mützen.

von den Häuserschluchten
durch der Wälder Wuchten
zu der Gutbetuchten
Villen.
und ich werde für nichts
Augen haben als
für dich.

irgendwann wirst du
dich wenden und mich
schräg von unten
was? fragen.
gegen eine
Träne kämpfend und
hoffend, nicht vor
Klischee zu sinken, werde ich
nicht antworten.

Appalachenblick.

Appalachenblick.
(Ein Wikivolkslied auf Heinrich-Wasistswert)

Dass wir der Engel nicht vergäßen,
stünden oben Sterne,
ließ der große Kerl uns wissen.
Denn trotzend ihrer Ferne,

mahnten sie der Worte Gottes
als seine Lichter im Dunkeln.
Ob Erwählter oder nicht sei
blickend in das Funkeln

gleich, weil nie ersichtlich. Nutzen
sei, wonach man strebe,
eifrig sich zu mühen, ohne
dass man weltlich lebe.

So erklang sein sola gratia
und wir könnten leise
fragen, wie das mit Ojibwas
sei: Ob ihre Weise

denn niemals das Heil verheiße,
ob ihnen nur die Hölle
offen stünde und ob diese
dann nicht überquölle?

Oder, ob der Herr sie schonte,
als man Ihm erzählte,
dass sie sich den Weißen fügten?
Sie plötzlich als Erwählte

also gen Himmel fuhren? Ach, wir
Kinder unsrer Zeiten
sind doch so befangen. Darum
lasst mich in die Weiten

der Geschichte ahnend lächeln
und in des Zeitgeists Laune
singen, dass man besser niemals
wieder vorschnell raune.

Denn auch wenn einer mächtig klug von
der Erlösung faselt
ist Verblendung nichts, was Menschen
wie auch immer adelt.

—aoouuu…!

Appalachenblick.
(Ein Wikivolkslied auf Heinrich-Wasistswert)
von atti

Dass wir der Engel nicht vergäßen,
stünden oben Sterne,
ließ der große Kerl uns wissen.
Denn trotzend ihrer Ferne,

mahnten sie der Worte Gottes
als seine Lichter im Dunkeln.
Ob Erwählter oder nicht sei
blickend in das Funkeln

gleich, weil nie ersichtlich. Nutzen
sei, wonach man strebe,
eifrig sich zu mühen, ohne
dass man weltlich lebe.

So erklang sein sola gratia
und wir könnten leise
fragen, wie das mit Ojibwas
sei: Ob ihre Weise

denn niemals das Heil verheiße,
ob ihnen nur die Hölle
offen stünde und ob diese
dann nicht überquölle?

Oder, ob der Herr sie schonte,
als man Ihm erzählte,
dass sie sich den Weißen fügten?
Sie plötzlich als Erwählte

also gen Himmel fuhren? Ach, wir
Kinder unsrer Zeiten
sind doch so befangen. Darum
lasst mich in die Weiten

der Geschichte ahnend lächeln
und in des Zeitgeists Laune
singen, dass man besser niemals
wieder vorschnell raune.

Denn auch wenn einer mächtig klug von
der Erlösung faselt
ist Verblendung nichts, was Menschen
wie auch immer adelt.

—aoouuu…!

Überlegenheitsparaphrase

Überlegenheitsparaphrase

eine Phase
hellsten Lichts
scheint in mir

eine Phrase
übers Nichts
keimt in mir

und ich schleudere sie raus da,
denn sie muss raus da und ihr
hört mir zu da, denn ich zeig
euch ein “da lang!” und da kommt
jemand und will mir in meine
Parade fahren, doch da lass ich
mir nicht in die Parade fahren:
da mach ich einfach weiter, da
das trotz Nichts noch geht.

irgendwie–

mit der Wucht, es gut zu meinen,
trat ich morgens aus der Tür.
doch die Sucht, auch klug zu reimen,
ließ mir keinen Raum mehr für
verständnissicherndes Handeln.

ins Leere

ins Leere

die Welt in lähmendem Licht
am Nachmittag, doch ich
tanze mit einigen Tropfen,
die um mich schleudern.

ich denke mir neue Worte aus
und behalte sie für mich.
bald, verspreche ich dir
und nehme deine Hand.

siehst du die Finger?
wie sie sich schließen?
umfließen? weil wir
es wollen. es können.

erzähl mir davon,
sage ich und sehe halb an
dir vorbei und du schweigst,
hast verstanden.

sich entsagen (gelesen)

Weil ich da gerade Lust zu hatte, hier noch ein kleines Stückchen aus der Lesung. (Die Aufnahme erspart es mir, tatsächlich mal aktiv zum Mikro zu greifen, um hier Inhalte zu schaffen.) Also, viel Spaß damit. Das zugehörige Gedicht findet ihr hier zum Mit- oder Nachlesen oder Ignorieren.

bob dir was

bob dir was

for the times
they are
a-changin’,
was? und
ich spüre das
Drängen und
will dieses Weiter,
von dem wir uns
trunkengeflashed
berauscherzählen,
das wir wählen, in
unsrer Version
der Demokratie!die
Bewegung bewegt mich
zu auf euch, weg von denen,
andersherum, wer kann das wähnen?
wir altern, verdammt, wir altern,
und morgen schon werde ich gähnen!

doch mehr
ist da nicht,
was sich
ändert, mit
Blick aus der
Ferne, die
grinsen
mich lässt und das
Wie
frei-
stellt.