facing

facing

die Welt in einem Raum,
den ich räume,
um die Fülle der Leere
zu genießen

wie Pilze sprießen
von der Feuchte meines Atems her
die Welten und
Geschichten

was ist Historie, was Tradition,
was Poesie, was Imagination,
wenn nicht die Leere
in disguise?

Tatenlosigkeit in der Lunge

Tatenlosigkeit in der Lunge

alles geht
und ich?
ich stemme mich dagegen,
bin unbewegt
und dennoch auf Linie.

die Marschmusik
der jüngsten Zeit
ist alles,
was nicht bleibt.

mein krummer Gang
voll Schlingern
ist Stechschritt und ich
kann nichts verhindern:
alle Reime sind verbraucht.
es wird ein langer Winter.

das Zweigradziel

das Zweigradziel

Verhandlungssache Verhandlungsmasse
und die Radwege Kopenhagens …

als Jünger der jüngsten
Apokalypsenvision
zog es mich an die Strände Cancuns.
zwischen Wüste und Wasteland des Wassers
trieben meine Träume
vom Glauben an Ideale
ab zum vierten Grad der Unerreichbarkeit
in der Wissenschaft.

das Zweigradziel
gefiel
und darauf
kommt es an.

dahin musste es kommen

dahin musste es kommen

die Fühler ausgestreckt
und doch nur
ausgefasert
an den Rändern
und zur Mitte hin.
man nimmt es hin,

dass die Tage nun
Epochen sind,
die sich gleichsam –
Epochengrenzen sind Willkür! –
überlappen und uns
doch ungebrochen Technikbegeisterten
entgeistert eben diesem
Zustand überlassen.
oh

Zahnrad der Maschine sein
und nicht nur auf es gespannt
werden. oh
melancholischer Seufzer der Moderne,
die sich zwar das Leben,
aber kein Ende nimmt.
oh die Freude, wir gleiten da dahin. so magisch funkend. da dahin.

“Adapter” (ein Weiter am Ende der Dichtung)

"Adapter" (ein Weiter am Ende der Dichtung)

auf diese oder jene Weise
gefertigt zu sein,
bedeutet am Ende auf eine Weise
gefertigt zu sein.

schon fertig zu sein,
ist der Schrei jeden Augenblicks und
das Schrauben und Hämmern
ist auf seine Weise
leises Wimmern dessen,
der sich nicht abgefertigt
sehen will.

der Horror fester
Adaption
und der Wunsch umsorgend
ihn zu adoptieren,
der aus freien Stücken ein Adept geworden,
um ihn umzustimmen, zu zerlegen,
den Messias einer Schicksalswelt aus Bauklötzen.

Weltenbrand

Weltenbrand
 
cui bono? und warum
nicht ich?
eine Leitsatzfrage der
potentiell pragmatischen Prototypperson der Postmoderne, die
nur zu gerne
einen letzten Grund
über den Vorteil hinaus hätte,
der ja leider vielfältig
ausfallen kann.
 
der einfachste Weg,
die Verantwortung,
die Resignation.
ich nehme, was ich kann,
und ich kann, dass ich nehme,
nur noch als Weiter verstehen
und ich sehne
mich nach Halt, den ich
mir reimend noch suggeriere,
weil dieser Funken in mir
sein Glimmen nicht lässt.