da sein.

da sein.

ich treibe auf dem Lichtfluss durch die Nachtstadt
und gewahre, dass in dieser Nacht statt
hat, was vom Tag beleuchtet mir erblindet,
was mir in den Trubeln stets entschwindet.

ich treibe diesen Lichtfluss durch die Nachtstadt
und beleuchte Zeit, die mir bei Zeiten
zwar entlaufen mag, doch in den Weiten
ihrer Läufte mich noch nie verlacht hat.

und fahr nach Nirgend. sagte ich zu dir
und wo? frugst du und hin! rief ich. und dies
genügte als Gespräch, das ich mit mir

in meiner Zeitmaschine damals führte,
die ja an sich Raumvernichter hieß
und fast nur deiktisch noch die Welt berührte.

Ausprechen

Ausprechen

Nieder mit dem
Bescheidenheits-Topos, das
unsere Sprache zu lange schon
regiert.
Und zurück mit den großen
Ideen und Würfen, die
man ihr zu lange schon
verwehrt.
Pfui über dieses neueste
Kastratenjahrhundert, das
unsere Fähigkeit
negiert.
Her hingegen mit allem dem,
was unsere Seele zu
lange schon nur
begehrt!

Das wollte ich
nur mal gesagt haben.

computergeschrieben

computergeschrieben

die moderne
hat den mond
wettlaufend
greifen lassen.
seit der siegerkür
wird jongliert.

ich mache ständig
alles neu, während ich mir zuwerfe,
nochmal wieder
und danach
noch neuer.

habe einmal…
in meiner bahnstadt
an der zeitung vorbei
im augenwinkel
den reißenden urstrom
gesehen. war gedrehten
kopfes aber doch nur
weiß bedachtes autohaus.

lese seitdem nicht mehr.
gebe mir stattdessen farben!
ALLEDIEICHWILL.

und, ‘idiotologen’, schnoddert
man sonnenbebrillt
auf das irgendwie hellere gestern,
da man im heute
nur noch für nichts kann –

und dennoch tut.
man hält sich;
umwoben.

smALL-talk

smALL-talk

ich spreche mein
‘sprich ruhig/ruhig’

‘aww’, lautest du
meine Beschaulichkeit
international
multi-lingual
ambigue.

‘ja’, drehe ich.
wende mich.
gegen das Für,
für das Gegen.

ein wenig mehr
des Mehr der
Überhaltung.

und wir ducken uns
unter unsere Haltung,
um im anderen zu sein,
was wir wollen?

Gelackt.

Gelackt.

Lasur ist allen Augen aufgelegt.
Und ja, auch deiner Tränen Glänzen rührt
von jenem, das die Wahrheit von uns führt
und uns in unsres Wissens Wirren trägt.

Sachte streicht mein Finger vor dir über
Tisches Platte? Lächeln macht mich, dass ich
nichts berühr. Was ist es gleich noch, was dich
einst schuf? Nichts macht nichts, macht mich nicht trüber.

Bin heller, klarer, mehr – wenn ich nur will.
Und weiter näher rückt die Ferne. Still
wird alles um mich. Ich erfasse. Was?

Drehend, wendend, windend ist das Sprechen,
ist das Gehen, ist selbst Stehen. Flächen
flachen flach. Und Höhen? Hach. Nur das Das(s).

nächtliches Blühen

nächtliches Blühen

Satellitenkometen
und Mondesraketen
über betenden Beten
voll blumender Blumen

wässerndes Wasser
und bäumende Bäume,
ich menschender Mensch, ich
in weiterem Weiter

sich weitende Weiten
und all’ dies Begleiten,
all’ dies Bereisen
auf kreisenden Kreisen

dies Drehen verstehen
im Verstehen drehen,
wohin denn noch gehen
im Überallsein?

lächelnder Glanz,
lächelndes Glänzen
unendlichem Tanz
und all’ seinen Grenzen

lassendes Fassen
im fassenden Lassen
all’ jener Sachen,
‘lal Jachen sener–

der Müssenden Küsse
als küssendes Müssen
des eigentlich Könnens
und dennoch nicht Tuns