die Möglichkeit wägen

die Möglichkeit wägen

hier sitze ich auf der
postmodernen Reservebank
und delektiere mich
am Spiel des
kategorischen Imperativs
und seiner Verwandten
im Zirkel der Vernunft.

mal deiktisch,
mal anaphorisch,
mal auch im Symbolfeld,
doch immer gefangen,
rekurriere ich
und rekurriere
und kuriere
in keine Richtung.

das Böse? ach.
ob biologisch, kulturell…
was gilt’s?

im Endkampf dennoch –
mit apokalyptischem Pathos –
werde ich aufstehen
und mich reinwerfen
oder?
der Möglichkeit wegen?

in einem griff

in einem griff

ekstase der paraphrase
und dreh dich, dreh dich,
welt, was hält
dich, mich, wen und uns und
ach,
ach ach,
ach. kurz mit wenig viel.
gewühl als weltgefühl
und welt erfühlt.
ich erfüllt und doch
nur icherfüllt.

o, dass man fühlt.
denn was füllt?
ich leerstelle, ich,
und nur die andern, die andern.
der ekel. die andern.
mein makel, die andern.
feinde meiner freiheit.
meiner was?
ach, dass du küsst.
bio-chemie und all
das. so schön.

so schön.

NACHTS: DICHTER

NACHTS: DICHTER

universal grammatikalisch
nähere ich mich dir.
ja: eine Verständigung
für alle. eine Lebändigung
für mich.
o, was weiß ich.

ich sitze nachts den Mond
und wünsche Wünsche wünschend,
um verwunschen einzuschlafen.
zum Tage hin erwache ich und
das ist alles.

und das ist mehr!
und das ist nichts!
und das ist das!
und Das ist deiktisch
und Ich auch.
und alles ist verknüpft
in meinem kleinen Verweisraum-Ich –
und glaubst du nicht
man glaubt dir nicht?
ich glaube nicht
und weiß mich in dem Glauben,
nicht zu glauben, glaube ich.

Kreise werden, ziehen, zeihen:
kreisen, kreisen und wir reisen
unsren Idealen hinterher,
die wir dereinst
abgeschüttelt.
eine ‘-mania’ für jeden hier –
für dich, für mich -, die fünf
Minuten teuren Ruhm
der treuen Sorte;
stets verlässlich stets schon fort.

o, Ort! verlasse ich dich
nicht in jeder Sekunde
und kehre zurück?
zuhause, zuhause,
endlich zuhause.

sich_bar

sich_bar

verbind die logik und rhetorik neu,
damit ich wieder glauben kann.
gib den dingen wieder formen, sorg,
dass alles wieder gläsern wird.

erfüll die lücken, kitte sie, auf dass
bald jede brücke fähig sei,
die worte durch die welt dem hörer zu-
zuführn. lass es die sprecher wagen.

Und wisch dann den Staub,
wisch den Staub feucht,
wisch ihn feucht.
Damit ich sehen kann,
säen kann
mit meinen Händen, die,
weiter mir von meinem Kopf getrennt,
doch wieder greifbar werden,
wenn alles Sich bar sichtbar wird.
Den einen MomenT.

kauf-man-lachen (an die)

kauf-man-lachen (an die)

hast du einen namen?,
frage ich und:
hättest du gern
einen mehr?

und hier sind Blumen
als ein Strauß
und jede
habe ich benannt.

und mehr noch
immer mehr
und mehr.

geld? ach, geld,
ist das nicht
auch gewählt?

manchmal sind momente
und darin wir selig –
mal gesagt und oft bestiegen;

alles immer–

nichts für immer–

nimmer nimmer?

halt, denn bis –
bis einer neue Namen findet.

da lachst du dir
dein ewig-leben?
da witzel ich,
dass du mich grinst.

die nacht balkonieren

die nacht balkonieren

die nacht, die sterne –
irgendwo der mond –
und noch ein haufen
andrer standard
themen.
und wolken.
das flackern der kerzen und
deuten.

die stadt und die menschen
sind
kopfhörerfern und ich
mir selbst verbunden,
unumwunden selbstempfunden
und auch verschwiegen
getrieben.

das wiegen deiner wiege
bringt die schwere
in das junge sein
und – sein wir ehrlich –
leichtigkeit ist allzu licht
für all die dunkelheit,
durch die in einem leben
jeder bricht und die man
spricht.
ach!
nicht?

ich nehme also
tempo auf
und glaube mir,
dass man das braucht,
wenn man hier so
global-viral verbal-banal
durch alle tropen rauscht.

da denk ich sommer,
spüre brise,
blicke bäume,
rauscherausche.

ach, das eben
eben
war so
eben.

im Lächeln ob der Möglich-keit

im Lächeln ob der Möglich-keit

plänkelndes Sprenkeln
in regendem Reigen
erschwellend zu Weiten,
die sich verbreiten:
über die Schultern der Väter
in Flüssen, auf Feldern
aus Wort eines Jesus
an heimischen Herd.

eine Hymne der Menschheit,
die sonntäglich köchelt,
dem elektrischen Lichte
verdunkelter Städte
und Annes Geist,
der aus Amsterdam steigt.
ein bedenkendes Weiter
des steten Vergessens –
den Alten ein Nicken
erneuernder Zeit.

für Stille im Lärmen
ein Drehen der Zeichen,
um Lächeln begreifend
und Hände sich reichend
Bewusstsein zu glühen.

Du Lied aller Dinge,
Du Singsang des Weiters,
O Flusschor erklinge,
O Wesen sei heiter!