selbst bestimmt
geben ist seliger
denn nehmen
und andere Euphemismen
der Arbeitswelt.
Kontrolle von Innen
selbstbestimmt doch
irgendwas stimmt
hier nicht.
das Panopticon,
das Panopticon.
in mirdirhier.
wir.
selbst bestimmt
geben ist seliger
denn nehmen
und andere Euphemismen
der Arbeitswelt.
Kontrolle von Innen
selbstbestimmt doch
irgendwas stimmt
hier nicht.
das Panopticon,
das Panopticon.
in mirdirhier.
wir.
Luftverdichtung
sonderbar ist,
dass die Stille
vor dem Fenster
glauben lässt,
dass in den Dingen
Lieder singen.
wunderbar ist,
wie die Lieder
aus der Stille
hörbar sind
und in mir schwingen,
wieder bringen,
was so lang verloren schien.
Bilder dringen
durch die Lider
meiner fest ver-
schloss'nen Augen.
meine Lungen
atmen wieder
Gotteskraft ver-
leih'ne Lüfte
und die Düfte
dieser großen
weiten Welt.
ja doch, ja:
wie man sich hält.
Das ganze verkehrte Wesen
Ein weiterer warmer Novembertag in diesem zu kalt geratenen Frühling. Menschenleere Straßen in meinem Wohnviertel, ein trostloses Kinderfest, das in der Planung sicherlich Sonnenschein verdient hatte und vergessene Gefühle, die sich neben der kriechenden Kälte bemerkbar machen wollen. Sie wählen den ihnen in langen Jahren der Sozialisation und Selbstdisziplinierung aufgezwungenen Weg und mein Verstand beginnt mir Streiche zu spielen. O Einsamkeit, du oft besungene! Egal wie oft ich versuche diese neuerliche poetische Regung, deren Sackgasse mir sogleich offenbar wird, zu unterdrücken: O Einsamkeit, du oft besungene!
Warum ich keine Gedichte mehr schreibe oder: Die Langeweile der Möglichkeit
Als hoffnungsfroher junger Mann, der ich in den Augen mancher (alternde Gesellschaft!) vielleicht sogar noch sein mag, schrieb ich eine ganz ansehnliche Zahl von Gedichten. Ich möchte behaupten, dass diese auch von einer Qualität waren, die Liebhaber zu schätzen gewusst hätten. Diese Liebhaber habe ich mit meinen Gedichten jedoch nie erreicht, mich darum auch nicht sonderlich bemüht, wie ich gestehen muss – war ich selbst mir doch meistens Publikum genug. Warum ich letztlich aufgehört habe, Gedichte zu schreiben, ist keine einfache Frage. Es gibt nämlich keine klare Antwort darauf, wissen Sie? Es gibt da nur ein diffuses Sammelsurium an Scheinbegründungen und einen Kern, an dem wir alle tagtäglich nicht vorbei können. Um diesen Kern geht es mir.
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Entrückt
Ein Gefühl von drückendem Sommertag in mir, wie ich so lächelnd in die Sonne blinzle und die zerrenden, zehrenden Stimmen in meinem Kopf verstummt finde. Dabei haben wir es unter Null und der Schnee liegt kurz vor Beginn des Frühlings höher als in den letzten Wintern und hier, im Bus, wird der Lärm des Dieselmotors durch nichts gedämpft.
Ich und einige Kinder beobachten gebannt einen Jungen mit stahlblauen Augen und dem Kinn eines gestandenen Mannes, wie er – von seiner sichtlich gelangweilten Freundin aus halb geschlossenen Augen bewacht – Rubiks Würfel bearbeitet und ihn tatsächlich innerhalb der drei Haltestellen, bevor ich aussteigen muss, fertig stellt: Je Seite genau eine Farbe, wohlgeordnet.
in der 21. Endzeit, am Anfang
Ich drehe mich und wende,
ich winde mich im Kreis.
Die Drehung und die Wende,
die sind der heiße Scheiß
der einundzwanzigsten Hektode,
die nie mehr endet, nie.
Wir wiederholen – selbst die Ode -,
egal ist dabei wie
unglaublich alles stinkt und gammelt.
Wir käun es wieder und
wir spucken's aus. Und dereinst gammelt
ja alles: alles rund.
Das Kreisen, ja das Kreise kreisen
das war und bleibt und ist.
Die Weisen, die uns Kreise weisen,
sind nur da, wenn du willst.
mein Abfall
und ganz egal
wie viel Emphase,
es bleibt nur eine
Phase.
und jede neue Phrase
fasert an meinen Rändern
bis ich trocken zerfließe
und esoterisch in der Welt aufgehe.
Stoßgebete zu einem größeren Hefeklos,
prosaische Lyrik mit auf dem
Rücken gefalteten Händen –
o Einfalt des Einfalls.