Tanz des Lebens

Wie man es dreht und wendet,
es dreht und wendet dich.
Ein Reigen, der nicht endet,
entsteht und foltert mich
mit jeder neuen Drehung,
mit jedem neuen Paar,
das kurz vor der Verwehung
entsteht und bald schon war.

Wenn ich drum einfach ginge
und niemals wiederkehrtʼ?
Ich träf stets diese Schlinge.
Der Ausweg bleibt verwehrt
aus diesem wilden Tanze,
den man zunächst begehrt,
der später dann aufs Ganze
der Menschen Glück verzehrt.

Kunstgedicht

Zweifel am
Sinn des Projekts
führen zu seiner
Unter-
brechung.

Die Form, die
ein Gedicht
behauptet,
mag
täuschen.

schwanend

Von dem Gespräch zur Gewalt ist der Weg bloß so kurz wie vom Gaumen
bis zu den Zähnen. So gilt: Dünn ist der Firnis, sehr dünn.

Intermission

innehaltend.
wie weiter?
weiter, ja,
doch wie?

innehaltend.
Blick nach rechts,
Blick nach links.
auch nach vorn
und auch zurück.

innehaltend:
hätte ich
nie bremsen dürfen?

abseits

Der Bachlauf dieser Menschen
sprüht auf an den
Hindernissen, die da
Stühle, Tische, Menschen sind.
Ihre Launen schäumen wild,
auch sacht, so sieht man das
von der Seite.

Kindheit

und hinter dem
tiefbraunen Zaun
und seiner Splittergefahr
lag eine Wildnis
mit Gras bis zur Hüfte.

warst du an der Reihe,
den Ball dort zu suchen:
sei besser schnell.

aus halb geschlossenen Lidern
spähten fünf Augen
unter dem Reethaar
in den Garten,
sahen jeden deiner Schritte,
dein hektisches Rennen,
den erleichterten Sprung zurück
über den tiefbraunen Zaun
mit seiner Splittergefahr.

Keinfrühlingsgedicht

Der Himmel blau und Winde wehen
durchs volle grüne Laub.
Sie blasen von den Dingen kräftig
den winterlichen Staub.

Ich sitze vor dem Stubenfenster
und blicke stumm heraus,
umgeben von so vielen Dingen:
Sie sehen staubig aus.