in der 21. Endzeit, am Anfang

in der 21. Endzeit, am Anfang

Ich drehe mich und wende,
ich winde mich im Kreis.
Die Drehung und die Wende,
die sind der heiße Scheiß

der einundzwanzigsten Hektode,
die nie mehr endet, nie.
Wir wiederholen – selbst die Ode -,
egal ist dabei wie

unglaublich alles stinkt und gammelt.
Wir käun es wieder und
wir spucken's aus. Und dereinst gammelt
ja alles: alles rund.

Das Kreisen, ja das Kreise kreisen
das war und bleibt und ist.
Die Weisen, die uns Kreise weisen,
sind nur da, wenn du willst.

mein Abfall

mein Abfall

und ganz egal
wie viel Emphase,
es bleibt nur eine
Phase.
und jede neue Phrase
fasert an meinen Rändern
bis ich trocken zerfließe
und esoterisch in der Welt aufgehe.
Stoßgebete zu einem größeren Hefeklos,
prosaische Lyrik mit auf dem
Rücken gefalteten Händen –
o Einfalt des Einfalls.

ein abschied von … ASPEKTEN AN OBJEKTEN

ein abschied von … ASPEKTEN AN OBJEKTEN

die moderne eingenordet
sowie den südenwestenosten
alles abgeseift
irgendwie so

so irgendwie war das ist das gewesen
mit dem gleichheitsideal
und dem krummen lineal
so genial so genial
irgendwie

es kommt es kam
ok ok 'ne letzte präzision
von preziöser dimension
doch wir sind schon
irgendwie anders so
so anders so

es ist alles eigen.

es ist alles eigen.

I

Ich sollte nun voran, doch könnt' ich auch noch bleiben.
Wo ist ein Kompass bloß, der Orientierung böte:
Den Faden in der Hand und dennoch voller Nöte.
Der Tod des Menschentiers erst mag es endlich zeigen,

Ob es zu töten war und doch voll Hohn die Küsse
Der heiß geliebten trübt. Geh' ich, dreht sich die Nadel.
Ich steh', schon steht sie still und zeigt auf meinen Nabel.
Es ist, als ob sie sagt, dass ich entscheiden müsse.

Doch wie, o wie, soll man – in diese Welt geboren –
Hier sich nur richten, wie? Kein Ein, kein Aus gelingt.
Als Sausen klingt das Schwert, das über einem schwingt:
Gefühl, das Ratio bringt – Gewühl, in sich verloren.

II

Doch dann, denk' ich, was macht es schon?
Was soll – salopp – der Geiz?
Hat diese Zeit denn Grenzen, birgt
der Untergang nicht Reiz?

Ich werde älter, werd' den Stoff
noch brauchen eines Tags
als Story für den Enkelsohn
am Kaffeetisch – ich wag's.

Ich setz' zunächst den Fall voraus,
sehr alt zu werden. Scheint
mir dieses dann versagt zu sein,
so bleibt mir noch, beweint

ins Grab zu fahren als ein Mensch –
im Guten, wie im Bösen.
In diesem Sinne ist's egal:
Es wird sich alles lösen.

III

und nichts bleibt beides können
gehen und bleiben werden und gleichen weichen und drängen
ein ausdruck ein eindruck aus eindruck
papier blechdosen
welt aus dem dreidedrucker
allmacht nicht mehr fern macht nichts
gedenken dem denken gefühle dem pfuhle aus dem wir gekrochen
schon wieder
von vorn replay slow-mo fast-forward
schon wieder von vorn von hinten über unter seitlich eben hier bei mir dir wir
gekrochen aus platzmangel
alles voll gestellt mit nichts
sehnsucht nach alexandrinern voller sprengkraft auf dem weg zu einer neuen welt
der große gerufen ganz klein
bescheiden beschämt was vermeintlich getan werden musste
wer wenn nicht wir
hier
volkssingen trügerische sicherheit
pragmatik pragmatik
pragmatik
pragmatik pragmatik
pragmatik
ich bin ein kompass ich ticke die pole sind fort ich drehe ich drehe das feld bestellt mich

facing

facing

die Welt in einem Raum,
den ich räume,
um die Fülle der Leere
zu genießen

wie Pilze sprießen
von der Feuchte meines Atems her
die Welten und
Geschichten

was ist Historie, was Tradition,
was Poesie, was Imagination,
wenn nicht die Leere
in disguise?

Tatenlosigkeit in der Lunge

Tatenlosigkeit in der Lunge

alles geht
und ich?
ich stemme mich dagegen,
bin unbewegt
und dennoch auf Linie.

die Marschmusik
der jüngsten Zeit
ist alles,
was nicht bleibt.

mein krummer Gang
voll Schlingern
ist Stechschritt und ich
kann nichts verhindern:
alle Reime sind verbraucht.
es wird ein langer Winter.