das Zweigradziel

das Zweigradziel

Verhandlungssache Verhandlungsmasse
und die Radwege Kopenhagens …

als Jünger der jüngsten
Apokalypsenvision
zog es mich an die Strände Cancuns.
zwischen Wüste und Wasteland des Wassers
trieben meine Träume
vom Glauben an Ideale
ab zum vierten Grad der Unerreichbarkeit
in der Wissenschaft.

das Zweigradziel
gefiel
und darauf
kommt es an.

dahin musste es kommen

dahin musste es kommen

die Fühler ausgestreckt
und doch nur
ausgefasert
an den Rändern
und zur Mitte hin.
man nimmt es hin,

dass die Tage nun
Epochen sind,
die sich gleichsam –
Epochengrenzen sind Willkür! –
überlappen und uns
doch ungebrochen Technikbegeisterten
entgeistert eben diesem
Zustand überlassen.
oh

Zahnrad der Maschine sein
und nicht nur auf es gespannt
werden. oh
melancholischer Seufzer der Moderne,
die sich zwar das Leben,
aber kein Ende nimmt.
oh die Freude, wir gleiten da dahin. so magisch funkend. da dahin.

“Adapter” (ein Weiter am Ende der Dichtung)

"Adapter" (ein Weiter am Ende der Dichtung)

auf diese oder jene Weise
gefertigt zu sein,
bedeutet am Ende auf eine Weise
gefertigt zu sein.

schon fertig zu sein,
ist der Schrei jeden Augenblicks und
das Schrauben und Hämmern
ist auf seine Weise
leises Wimmern dessen,
der sich nicht abgefertigt
sehen will.

der Horror fester
Adaption
und der Wunsch umsorgend
ihn zu adoptieren,
der aus freien Stücken ein Adept geworden,
um ihn umzustimmen, zu zerlegen,
den Messias einer Schicksalswelt aus Bauklötzen.

Weltenbrand

Weltenbrand
 
cui bono? und warum
nicht ich?
eine Leitsatzfrage der
potentiell pragmatischen Prototypperson der Postmoderne, die
nur zu gerne
einen letzten Grund
über den Vorteil hinaus hätte,
der ja leider vielfältig
ausfallen kann.
 
der einfachste Weg,
die Verantwortung,
die Resignation.
ich nehme, was ich kann,
und ich kann, dass ich nehme,
nur noch als Weiter verstehen
und ich sehne
mich nach Halt, den ich
mir reimend noch suggeriere,
weil dieser Funken in mir
sein Glimmen nicht lässt.

im Scheingeschäft

im Scheingeschäft

ich lese nur noch Bücher über Bücher
und führe ein Blog. aus meinem Kellerloch
heraus – und ja, das wär's.

ich weiß, dass es Sauerstoff heißt,
und doch bleibt mir die Luft
zum Atmen
weiter weg,
je näher
ich den
kleinsten
Teilen
komme.

Staunen ist mir Unwohlsein –
ich bin ein Zaungast,
den die Fäden in die Finger
schneiden, wenn das Verstricktsein
an ihm zerrt.
doch ich lade keine Freunde mehr
in meine Sitcom ein,
die, als du gingst, zum Drama kippte
und jegliches Gespür mir nahm.

die doppelten Böden
sind nur
für's Weiter gut.

letzte Rodung

letzte Rodung

das Fenster als Weg,
wenn die Mündigkeit
sich müde gesiegt
hat –
die Dunkelheit gibt
die Illusion frei, dass dort
wilde Natürlichkeit liegt
und die Kreatürlichkeit schiebt
sich magiegläubig vor.

wie war noch gleich
dieses eine Wort
aus dem romantischen Hort-
fund im Regal,
das wieder alles vereint
und mich dann vermeintlich befreit?

wo Licht und Schatten sich gatten,
steht ein Mensch und spricht.

Fallen

Fallen

wie man sich bettet,
so liegt man
und ich mich
allmählich
wund.
worauf man nicht wettet,
das liebt man
in Welt ohne
letztgültigen
Grund.
doch wenn ich mich rege,
dann schmerzt es
und ich wüsste
so manches
Warum.
und wenn ich mich lege,
dann kehrt es
von außen
nach innen
sich um.

aber dann sind da Momente,
in denen ich selig mich find’ –
nur, wäre ich wach, dann erkennte
ich schlafend den Schwindel darin.
so egal, wie ich mich wende
und niemals Entscheidung entrinn’.
im Fallen noch nimmt es kein Ende:
die Falle im fallenden Sinn.