Verse voll Demut

Im Transfer von
Tokio-Haneda nach
Shinjuku rezitiert der
Fahrer des Busses – kaum
auf der Schnellstraße – in
sonorer Tonlage Verse von
größter Demut dem
Leben gegenüber.

Selbst wenn es der
Sprache Mächtige nur
über die Anschnallpflicht
belehrt hat.

eines sonntags am neubaufenster

eine tonlose welt liegt
hinter der von vergangenen regen
verdreckten scheibe.
dann und wann regt sich
tatsächlich etwas: ein auto, ein mensch.

ein brummen? ein brummen!
ich höre es brummen –
es brummt in den wolken,
zu sehen ist nichts.

Manöverkritik

Ich breche Verse
wie Stöckchen vom
Wegesrand und
erweise mich
mir selbst
als fähig,
Verse zu brechen.

Übers Knie oder nicht –
die Klarheit
des Gedankens
obsiegt. Sie ist
nicht anfechtbar.

Ich breche Verse
am Wegesrand
und bin
mir selbst
übers Knie gelegt.

Leben

der Regen steht
in der Luft und
demnach ist
es eine Entscheidung,
nasser zu werden
mit jedem Schritt.

ich wende mich um,
erkenne wieder.
weiß nicht, was
der Stillstand bedeutet.

ganz ohne Wasser
natürlich tot, aber
das Bild zerfasert
in diesem Getropfe.

selbstredend:
ich
halte
inne.