Auf dem gelb verdorrten
Rasen federt jeder
deiner Schritte, so dass
du meinst, deiner Schwere
enthoben zu sein, und
du bemerkst, dass stellver-
tretend für die ganze
Welt hier drei Nationen
eine Dürre leiden.
Kategorie: Gedichte
Verse voll Demut
Im Transfer von
Tokio-Haneda nach
Shinjuku rezitiert der
Fahrer des Busses – kaum
auf der Schnellstraße – in
sonorer Tonlage Verse von
größter Demut dem
Leben gegenüber.
Selbst wenn es der
Sprache Mächtige nur
über die Anschnallpflicht
belehrt hat.
eines sonntags am neubaufenster
eine tonlose welt liegt
hinter der von vergangenen regen
verdreckten scheibe.
dann und wann regt sich
tatsächlich etwas: ein auto, ein mensch.
ein brummen? ein brummen!
ich höre es brummen –
es brummt in den wolken,
zu sehen ist nichts.
Schreibanlass
Dem alles umfassenden,
mich niemals verlassenden
Nichts zum Trotze
pflanze ich meine
sich feinsinnig reimende,
in Metaphernglanz scheinende
und zukünftig keimende
Standarte auf –
im vollen Lauf –
und murmele so leise
wie weise
“Ach, Nichts, du F….”
Von Orden
Die Orden der Vorfahren
Liegen matt vor mir
Auf dem Parkettboden:
Ein jeder ist ein Kreuz
Auf seine Art und
So mancher hat Haken.
Wann man sie wohl
Getragen hat?
Man könnte darüber lesen.
Manöverkritik
Ich breche Verse
wie Stöckchen vom
Wegesrand und
erweise mich
mir selbst
als fähig,
Verse zu brechen.
Übers Knie oder nicht –
die Klarheit
des Gedankens
obsiegt. Sie ist
nicht anfechtbar.
Ich breche Verse
am Wegesrand
und bin
mir selbst
übers Knie gelegt.
Leben
der Regen steht
in der Luft und
demnach ist
es eine Entscheidung,
nasser zu werden
mit jedem Schritt.
ich wende mich um,
erkenne wieder.
weiß nicht, was
der Stillstand bedeutet.
ganz ohne Wasser
natürlich tot, aber
das Bild zerfasert
in diesem Getropfe.
selbstredend:
ich
halte
inne.