zwanghafte Praxis

zwanghafte Praxis

mein Kopf, er ist so leer
von all der Theorie:
ich finde ihn nicht mehr,
den Wert im Wort,
dem einzelnen.

mein Kopf, er ist so schwer
mit all der Theorie:
ich weiß nicht was, nicht wer
in all dem Wort von Wert
im Sinnzusammenhang.

tja.
tja.
“mitgefangen”
sagt man wohl.

Schreibblockiade

Schreibblockiade

ein Riss in der Dichtung
und es sprudelte nur so.
nur so war bald auch
das Maß voll. egal wie
maßvoll da noch abgeschöpft
wurde. wahllos ging da die
Wahl los und ganz kurz
war das kurz ganz und
aus jeder Ente
konnte Kunst werden
und gute Ware. schön, ne?

vorbei.
ich wähle
den Stöpsel!
das ist meine Freiheit.
ich wähle den Stöpsel und lege
mich aufs Trockendock und gehe
jede Wette
ein.

muße ich denn, muße ich denn?

muße ich denn, muße ich denn?

bei der Müßigkeit der Muse,
wenn man schreiben muss,
verwandle ichs in Wollen,
bis ich wieder kann.

doch die
Dürftigkeit des Dürfens,
diese Dringlichkeit des Dehnens
hin zu nie erreichten Grenzen-

o, wer kann da länger können?
ich ertrinke so bedarft.
und mein Wollen,
das will müssen. nein,
kein Mensch muss mußen
für den Müßiggang der Kunst.

denn die Kunst, die
kommt vom Können, und
können kann
man stets genug.

es gibt nichts Gutes,
außer man tutets.

tut, tut.

entariadnet

entariadnet

somnambul und melancholisch.
gibt es nur die eine Welt?
wie komisch.

der nächste Halt. ich blicke auf,
der Bahnhof schreit und ich:
wo wohn ich?

ein Chor, der durcheinander singt.
ein Ohr, aus dem der Kopf nicht dringt.
die Welt der Regeln.

und Gebote!

O Bote, geh?
Geh, Bote!
und Oboen ohne Noten
spielen doch Musik.

und wir entkommen
nicht.

sich Zeit nehmen

sich Zeit nehmen

ob festgelegt wie
“ein mal Reiskochen” oder
willkürlicher wie
“ein mal Pissen”,
es rückte immer näher.

war schon im Sonnenauf-
und untergang,
war in der Ebbe
und in der Flut;
doch nicht genug.

was ihr getan habt,
ihr Uhrmacher,
ihr Zeitmacher?
die Freizeit befreit
aus der Lebensumarmung!

und

“wie spät?”, fragst du?
zu spät, fürchte ich,
zu spät.

im Fluss zu leben

im Fluss zu leben

harmonisiere mir
die Elbe viel zu leichtfertig.
leicht fertig schwapp ich so
im Wellengang.
und das ist so
der Welten Gang,
meine ich, mir
angelesen zu haben
und zu haben bin ich
auch noch für so
manches Und und
so sagt man wohl:
und?

so long, Normpoetik, so long

so long, Normpoetik, so long

Bei Anwenduglaubst, ich schwöre dir,
auch in meinem sonst so kalten Herz
gibt es diesen bitter-süßen Schmerz,
wenn man diese Wörter reimt. Doch hier
und jetzt will ich es wirklich wagen,
will frei heraus dir einmal sagen,
was vor mir auch schon andre dachten,
als “Große” über “Kleine” lachten:
Es reimt sich wohl und war
einst auch mal neu und bleibt
auf seine Art auch wahr
und schön und neu, weil’s bleibt.
Du musst das Rad
nicht neu erfinden –
das sei mein Rat -,
denn drauf-sich-Binden
lässt Schmerzen
im Herzen
beim Drehen
entstehen.

Und im Übrigen auch am ganzen Körper, weil
gerädert werden nun mal höllisch weh tut
und du daher gut daran tätest, es
einfach mal sein zu lassen.
Lass
es
sein.