Lebenserhalt

Lebenserhalt

hast du dich noch beisammen?
ich halte gerade noch
den Rand,
der Rest
wirbelt umher und nicht von
ungefähr
falle ich, falle in Arme,
deine Arme halten mich zwar
irgendwann und so davon ab, aber
meine Grauheiten habe ich da
schon ausgeteilt und mich
so ausgefeilt aufgegeilt
an der Leere,
die ich in starken wie
schwachen
Momenten verehre.

mal ausgesaugt,
mal füllend,
aber stets nach
Zusammenhalt
fühlend.

an die Heimat

an die Heimat

der Zielgruppe
ins Gesicht.
denn es fällt
ins Gewicht,
wer mich liest
und wer nicht.

in bedorfte Wälder der Vorstadt
ein Haltesignal:
haltet inne und mich,
der ich zu verrauschen
beginne inner Stadt
und im Drang des Wandels
aller Orten, der auch euch
schon verfasst.
o, verpasst nicht
ein Haltesignal.

Jahrgangswarnung

Jahrgangswarnung

und jede neue Welt
ist eine Alte.
wenn nichts mehr hält,
dann eben walte,
wie es gerade
dir gefällt.

ein Aber aber lass mich dennoch abern.

deine ersten Schritte,
umspielt vom Diamantenglanz
der Brandung,
sind die ersten Schritte
zu dem altbekannten Tanz
der Landung
und Versandung
des Getriebes deines
Triebes.
deute um, so viel du willst,
was hilfts? wenn
doch dein Fuß
im Schlick
versackt.

Warum schreiben

Warum schreiben

Lass die gold’nen Zeiten aufmarschieren,
die ein so bewusster Rhythmus führet,
dass – beim Klang der Schritte schon gerühret –
jedes Haupt sich dreht und wiegt. Vibrieren

soll in allen Köpfen Tritt der neuen
Richtung, die wir schlagen. Lass darum sie
auch die Banderolen seh’n. Warum die
noch verstecken? Soll ihr Weh’n doch freuen!

Ein Zurück sei uns ein Vor ab heute,
wenn es dieses Glückes Glocke läute:
Menschsein, das aus Sprache dir sich nähert.

Präge dir selbst Münzen noch im Schaffen:
Denke nur im Werk daran, zu lassen,
weil’s aus jedem dichten Wort dich nähret.

vor der Reise

vor der Reise

lichte Wolken,
Schweifensblicke
und dein Haar,
das über unsere
Hafengesichter weht.

schlichte Sprache,
Fetzendenken
und dein Fuß,
der mit der Spitze schon
Ferne befühlen geht.

da fielen meine Lider und ich
und ich wusste nicht länger
wer und wohin
und ich verfiel auf die Lieder und du
und du warst bei mir.

bleiben

bleiben

zurück,
macht der gedanken.
zurück
macht das gedenken.
und ich?
wollte nur danken
für gefühl eines atmens
als ich mich in düften
verlor und neu fand:
ich glaubte, wir dürften
als ich uns verband
und wir durften,
wir durften.

es dürstet mich manchmal!
ich trinke, ich trinke
bis ich versinke
in strudeln der drehung.
was kann ich dich lehren?
was soll ich einst sagen?
was noch dir geben,
wenn es soweit ist?

du wirst warten,
wirst finden,
zu warten,
wirst lernen,
dass warten
aufs warten
dir bleibt.

Reprise

Reprise

rege dich, ich bitte,
bitte dich, dich kurz zu wägen:
wegen dieser Idee, die
ich hab’ bis sie mich hat
oder ich den Beweis,
dass du weißt, ob deiner
Regung weißt und mir
weist, dass ich zwar erlegen
bin, aber immerhin
nicht daneben.
//
liege ich wirklich?
alles bewegt sich –
seien’s ruhig die Augen –
alles webegt sicht!
Webusstsein!, das ist
die Losung,
Webusstsein!
Bewusstsein
bleibt Schein.