Schlagwort: Gedichte
im Scheingeschäft
im Scheingeschäft
ich lese nur noch Bücher über Bücher
und führe ein Blog. aus meinem Kellerloch
heraus – und ja, das wär's.
ich weiß, dass es Sauerstoff heißt,
und doch bleibt mir die Luft
zum Atmen
weiter weg,
je näher
ich den
kleinsten
Teilen
komme.
Staunen ist mir Unwohlsein –
ich bin ein Zaungast,
den die Fäden in die Finger
schneiden, wenn das Verstricktsein
an ihm zerrt.
doch ich lade keine Freunde mehr
in meine Sitcom ein,
die, als du gingst, zum Drama kippte
und jegliches Gespür mir nahm.
die doppelten Böden
sind nur
für's Weiter gut.
letzte Rodung
letzte Rodung
das Fenster als Weg,
wenn die Mündigkeit
sich müde gesiegt
hat –
die Dunkelheit gibt
die Illusion frei, dass dort
wilde Natürlichkeit liegt
und die Kreatürlichkeit schiebt
sich magiegläubig vor.
wie war noch gleich
dieses eine Wort
aus dem romantischen Hort-
fund im Regal,
das wieder alles vereint
und mich dann vermeintlich befreit?
wo Licht und Schatten sich gatten,
steht ein Mensch und spricht.
Fallen
Fallen
wie man sich bettet,
so liegt man
und ich mich
allmählich
wund.
worauf man nicht wettet,
das liebt man
in Welt ohne
letztgültigen
Grund.
doch wenn ich mich rege,
dann schmerzt es
und ich wüsste
so manches
Warum.
und wenn ich mich lege,
dann kehrt es
von außen
nach innen
sich um.
aber dann sind da Momente,
in denen ich selig mich find’ –
nur, wäre ich wach, dann erkennte
ich schlafend den Schwindel darin.
so egal, wie ich mich wende
und niemals Entscheidung entrinn’.
im Fallen noch nimmt es kein Ende:
die Falle im fallenden Sinn.
im Weiteren modal
im Weiteren modal
die poetologische Qualität
ist standardisiert worden
lange bevor unsere
Geburt uns Neues versprach.
mit diesem Versprechen
beladen brachen wir zur
Erleichterung Verse übers
Knie oder erbrachen wir sie?
ich verkürze mein Essay,
schraube hier und da,
teile Verse und Strophen
wie andere Wasser –
und? und will unbedingt
zeigen, dass man noch kann;
im Möchten, Wollen, Sollen;
Dürfen, Müssen und Nicht-brauchen:
es wird.
vom linguistic turn gedreht
vom linguistic turn gedreht
beschwindelt habe ich
dummes Strampeln versucht,
bevor ich meinen
Zugang zur Welt
zu beschweigen begann.
einen Moment hielt ich
das für einen klugen
Gedanken, den ich
da habe, bis mir
die Folgen
mit Mühe: von der Möglichkeit zu dichten
mit Mühe: von der Möglichkeit zu dichten
die Dichtung lebt,
so lange sie sich glaubt,
auf einer ihrer Eb’nen
die Wahrheit zu berühr’n
und reimend klebt
sie in deinem Haupt
und will dir neu begegnen,
um dich letztlich zu verführ’n.
und ich? ich dichte
mir Geniekult an
in jedem Umbruch,
den ich mache
und hoffe doch, dass
eines Tages man
das hält für
eine runde Sache.