entariadnet

entariadnet

somnambul und melancholisch.
gibt es nur die eine Welt?
wie komisch.

der nächste Halt. ich blicke auf,
der Bahnhof schreit und ich:
wo wohn ich?

ein Chor, der durcheinander singt.
ein Ohr, aus dem der Kopf nicht dringt.
die Welt der Regeln.

und Gebote!

O Bote, geh?
Geh, Bote!
und Oboen ohne Noten
spielen doch Musik.

und wir entkommen
nicht.

sich Zeit nehmen

sich Zeit nehmen

ob festgelegt wie
“ein mal Reiskochen” oder
willkürlicher wie
“ein mal Pissen”,
es rückte immer näher.

war schon im Sonnenauf-
und untergang,
war in der Ebbe
und in der Flut;
doch nicht genug.

was ihr getan habt,
ihr Uhrmacher,
ihr Zeitmacher?
die Freizeit befreit
aus der Lebensumarmung!

und

“wie spät?”, fragst du?
zu spät, fürchte ich,
zu spät.

im Fluss zu leben

im Fluss zu leben

harmonisiere mir
die Elbe viel zu leichtfertig.
leicht fertig schwapp ich so
im Wellengang.
und das ist so
der Welten Gang,
meine ich, mir
angelesen zu haben
und zu haben bin ich
auch noch für so
manches Und und
so sagt man wohl:
und?

so long, Normpoetik, so long

so long, Normpoetik, so long

Bei Anwenduglaubst, ich schwöre dir,
auch in meinem sonst so kalten Herz
gibt es diesen bitter-süßen Schmerz,
wenn man diese Wörter reimt. Doch hier
und jetzt will ich es wirklich wagen,
will frei heraus dir einmal sagen,
was vor mir auch schon andre dachten,
als “Große” über “Kleine” lachten:
Es reimt sich wohl und war
einst auch mal neu und bleibt
auf seine Art auch wahr
und schön und neu, weil’s bleibt.
Du musst das Rad
nicht neu erfinden –
das sei mein Rat -,
denn drauf-sich-Binden
lässt Schmerzen
im Herzen
beim Drehen
entstehen.

Und im Übrigen auch am ganzen Körper, weil
gerädert werden nun mal höllisch weh tut
und du daher gut daran tätest, es
einfach mal sein zu lassen.
Lass
es
sein.

Re-Prise der Ernüchterung

Re-Prise der Ernüchterung.

Freudig, ja gar freudestrunken,
Drehe ich mich nochmal um
Und beginne unumwunden
Neuerlich die Aufklärung.
Ja, wie Zauber bindet’s wieder,
Was auf ewig schien geteilt,
Jeder Schleier legt sich nieder,
Wo nur dieser Glaube weilt.

Seid umschlungen, Millionen,
So lang’s euch bei mir gefällt.
Wissend, dass dereinst dies Geld,
wird mich nimmermehr belohnen.

this is poetry. so act accordingly.

this is poetry. so act accordingly.

bewegung und stillstand
ich stand sie,
die stille.
wo ist dein wille?
moment der bewegung –
bewegung, moment!
bewegung, bewegung.

auf einer straße,
der bahn für autos,
wir wollten weit,
vernichteten zeit,
durchquerten den raum.

proportionen der logik.
mich proportioniert
und nicht gewusst
wohin mit so manchem.
gelassen verlassen
mit dem gurt an der schulter.

morgen, morgen, nur nicht heute,
aber ich komme ja bald!
ich bin ja fast wo?

im Kreisen

im Kreisen

ich beuge mich aus
meiner gedanklichen 2-D-Halbkreiskugel
über den Halbkreis vor mir.
ich beuge mich.

es beäugt mich aus
der Tiefe, in die ich lesend dreidimensional
falle, ohne mich zu bewegen.
es beäugt mich.

Jetzt wird wohl immer,
wird wohl,
wird
gedrängt haben
und in mich dringt alles,
was so abperlt und ja,
ja. es ist schon später geworden.
absehbar, war absehbar, also
sehen wir davon ab
und zu ambivalent: noch nicht
weiter zu sein und das dann
doch einen Fortschritt zu nennen
fernab jeder Theorie, weiter zu
sein und das dann doch
einen Fortschritt zu nennen. fern.
ab jeder Theorie. weiter.
zu sein. und das dann.
doch.