„Trauerkampfspiele“

Blickt man aus der Ferne darauf,
wie in ungezählten Kriegen
sich die Menschheit mehr als nur ent-
zweit hat, so müsst man lügen,

wollte man behaupten, dass aus
allen Menschen Brüder
werden können. Dennoch zeigt uns
immer, immer wieder

jeder Antikriegsfilm zuver-
lässig, dass wir alle
nur verlieren, wenn die Truppen
aufmaschieren. Alle

sind wir – drum beton ich es hier –
also so vereint,
wenn der Nachbar an des Nächsten
Schulter bitter weint,

sind die Argonauten, sind die
Dolionen, töten
uns die eine Nacht und geben
den entstandnen Nöten

dann gemeinsam statt und halten
Trauerkampfesspiele
ab. Da sag noch jemand, Moden
gäbe es sehr viele.

Schillerndes Europa. Oder: Eine Ode an die Skepsis

Freude, schöner Götterfunken,
warst du nicht zugegen,
als Zeus sich die Europa raubte?
Wurdest du verlegen?

Denn sicher folgte seinem Siege
Lächeln bringend deine
Kraft. Mit ihm standst du an der Wiege
dessen, was im Keime

ihr durchs Lügen schon dem Unglück
habt geweiht. Alle
Menschen werden Brüder? Darauf,
werte Freude, falle

ich ganz sicher nicht herein.
Solange du auch dort
noch weilest, wo man sich betrügt,
glaub ich dir nie dein Wort.

Re-Prise der Ernüchterung

Re-Prise der Ernüchterung.

Freudig, ja gar freudestrunken,
Drehe ich mich nochmal um
Und beginne unumwunden
Neuerlich die Aufklärung.
Ja, wie Zauber bindet’s wieder,
Was auf ewig schien geteilt,
Jeder Schleier legt sich nieder,
Wo nur dieser Glaube weilt.

Seid umschlungen, Millionen,
So lang’s euch bei mir gefällt.
Wissend, dass dereinst dies Geld,
wird mich nimmermehr belohnen.